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Geschichte des Babcock-Geländes

Die Anfänge

1.10.1898 – Die britischen Unternehmer George H. Babcock und Stephen Wilcox gründen die Deutsche Babcock & Wilcox-Dampfkesselwerke-Actien-Gesellschaft in Berlin.

In Oberhausen, das sich erst wenige Jahre zuvor 1862 aus sieben Bauernschaften zusammenschloss, erwerben sie ein Firmengelände mit einer Grundstücksfläche von 48.700 m². Durch nahe Absatzmärkte sowie gutes Bevölkerungswachstum versprechen sie sich viel von ihrem Erwerb. Zudem besitzt der Standort als Industriezentrum einen der wichtigsten rheinisch-westfälischen Eisenbahn-Knotenpunkte mit direkter Verbindung in die Niederlande.

Der Weg zur Aktiengesellschaft

1902 – Gründung des Verbandes Deutscher Wasserrohrkessel-Fabrikanten; der Anteil der Babcock & Wilcox Dampfkessel AG liegt bei 14%

1905 – Anstieg des Anteiles auf 21%, nachdem die Gesellschaft mit Austritt aus dem Verband gedroht hatte.

1908 – Der Sektionalkessel erlaubt es Babcock & Wilcox, eine beachtliche Marktposition durch technischen Vorsprung zu erreichen: Der Konzern produziert ein Drittel aller deutschen Dampfkessel.

1909 – Einführung der Babcock-Aktien an der Berliner Börse

Die goldenenen Zwanziger

1920er – In den goldenen Zwanziger Jahren erreicht die Mitarbeiterzahl bei Babcock einen neuen Höchststand (1480 Personen, davon 1200 Arbeiter). Das Kesselsystem wird im Zuge des Übergangs zum Hochdruckdampf zum Großkessel weiterentwickelt. Babcock erwirbt die Lizenz zur Herstellung von Benson-Kesseln. Geschickte Anpassung des Sektionalkessels führte dazu, dass sich das Produkt als ausgereifteste Konstruktion am Markt präsentieren konnte.

1923/24 – Während der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische und belgische Truppen muss das Babcockwerk in Oberhausen wegen Verhaftung der Arbeiter zeitweise schließen.

1927 – Die Weltwirtschaftskrise macht auch Babcock schwer zu schaffen: Der Inlandsabsatz sämtlicher Mitglieder des Wasserrohrkesselverbandes sinkt unter 10%. Babcock verringert ihre Heizflächenverkäufe von 48725 m² im Vorjahr auf 2932 m².

Expansion in den 1930ern

1935 – Babcock genießt einen guten Ruf, dank der Einführung des damals neuartigen arbeitsfreien Samstages und der 40-Stunden-Woche für Angestellte.

1937 – Die Herstellung von Strahlungskesseln erfordert spezielle Rohrleitungen, die auf dem bisherigen Firmengelände keinen Platz finden, sodass Babcock in Oberhausen zusätzliches Firmengelände auf einer Fläche von 18.230 m² erwirbt. Hier entsteht das Werk II mit Gleisanschluss an der Ruhrorter / Duisburger Straße. Nach dem 2. Weltkrieg werden diese Rohrleitungen nach Friedrichsfeld verlegt und Werk II zur Armaturenfabrik umgestaltet.

1938 – Babcock errichtet weitere Werkhallen in Friedrichsfeld. Unter den Nationalsozialisten gerät Babcock als Unternehmen mit britischen Wurzeln in Verruf und unter Beobachtung. Das Werk in Oberhausen meldet dennoch Vollbeschäftigung an.

Die Nachkriegsjahre

25. März 1945 – Die Babcockwerke in Oberhausen stellen den Betrieb ein. Die Fabrik wird von Plünderungen und Beschlagnahme durch die Alliierten bewahrt, als Generaldirektor Dr. Robert Jantscha einen amerikanischen Offizier davon überzeugen kann, dass die Babcockwerke einen britischen Gründungshintergrund haben. Das Werk wird für „Off limits“ erklärt.

1948 – Im Zuge der Berlinblockade tauschen Berliner Hauptsitz und Oberhausener Zweigniederlassung ihre Aufgabe und Bezeichnung.

Zeit des Wirtschaftswunders

1957 – Im Jahrzehnt des Wirtschaftswunders gelingt es Babcock, den größten Kessel Europas, 50 m hoch und 20 m breit, zu bauen. Drei Jahre Arbeit stecken hinter dieser Leistung. Bis zum Ende des Jahrzehntes verdreifacht sich der Umsatz des Unternehmens von 80 Millionen Mark auf 236 Millionen, während die Dividende der Aktiengesellschaft sich von 7 auf 14 % verdoppelt.

1960er – Ein Aufbruch

1960er – Babcock kauft mehrere kleinere Unternehmen auf, die 1965/66 erstmals im Umsatz den Mutterkonzern übersteigen.

1967 – Umbau der Dienstwohnung des verstorbenen Generaldirektors im Sozial- und Bürogebäude auf dem Oberhausener Gelände in ein Kasino. Das Kasino wird in Folge als Verhandlungs- und Empfangsort für Kunden sowie Essraum des Aufsichtsrates nach allen Sitzungen genutzt. Die Gesellschaft wird umbenannt in „Deutsche Babcock & Wilcox AG“.

Ölkrise in den 1970ern

1970er – nach einem gescheiterten Einstieg in die Kernenergie expandiert Babcock weiter durch den Aufkauf weiterer Gesellschaften wie der Büttner-Schilde-Haas AG in Krefeld 1977 (daraufhin umbenannt in Babcock-BSH AG). 1978 übernimmt Babcock die Borsig GmbH in Berlin. Diversifikation, die ein Jahrzehnt zuvor in Gang kam, ist das Stichwort, und neue Gebiete schließen ein:

 

  • Energie- und wärmetechnische Anlagen
  • Umwelttechnik
  • Verfahrenstechnik
  • Lüftungs-, Klima- und Haustechnik
  • Textiltechnik
  • Rohrleitungs-, Stahl und Behälterbau
  • Hoch- und Industriebau

1973 – Die Ölkrise wird erfolgreich umschifft, indem der schwindende Absatz von öl- und gasbefeuerten Großkesseln durch den Verkauf von Schiffs- und Kleinkesseln ausgeglichen wird. Im selben Jahr erstrahlt erstmals das blaue Babcock-Signet am Turm des Oberhausener Hauptbahnhofes, seinerzeit die höchste Erhebung der Stadt.

1975 – Der iranische Schah Rezah Pahlevi wird mit dem Erwerb eines Aktienpaketes über ­ 25,02 % zum Großaktionär. Gründung eines eigenen Tennisclubs (Tennis Club Babcock 1975 e.V.).

Die 1980er

1980 wird zusätzlich zur bestehenden Unfallstation ein Arztzentrum in Oberhausen eingerichtet, um verunfallten Mitarbeitern schneller helfen zu können. Doch auch zur Gesundheitsfürsorge steht ein Ärzteteam bereit.

1982 endet der Höhenflug des Unternehmens mit drei großen Verlustgeschäften in Saudi-Arabien, Libyen und Kuwait.

1987 verkauft der Schah sein Aktienpaket, dessen Bestandteile Stück für Stück an Aktionäre im In- und Ausland abgetreten werden. Damit wird Babcock zu einer Publikumsgesellschaft.

Die 1990er Jahre

1990 – Das vormals auf vier Gesellschaften verteilte Großkesselunternehmen (Babcock Werke, Balcke-Dürr, Borsig und Vereinigte Kesselwerke) wird bei den Babcock Werken Oberhausen zusammengefasst.

1992 – Starkes Engagement in den neuen Bundesländern; programmatische Ausdehnung und Einstieg in die Gebiete Armaturen-, Antriebs-, Textil- und Gasturbinentechnik.

1997 – Reorganisation der Konzernstruktur und Untergliederung nach sieben operativen Geschäftsfeldern

1998 – 100 Jahre Babcock. Die Deutsche Babcock AG erhält den größten Auftrag in ihrer Geschichte: Konstruktion zweier 163 m hoher Kessel für das Braunkohlekraftwerk Lippendorf.

Das 21. Jahrhundert – Ein Neubeginn

2017 – Revitalisierung und Umgestaltung des 100.000 m² umspannenden Fabrikgeländes in den Businesspark Quartier231. Unter anderem Abriss der alten Gießerei, des ehemaligen Hochhauses und weiterer Hallen, Erneuerung der Haustechnik, Einbauten zusätzlicher Lastenaufzüge und Neugestaltung des Außengeländes.

2019 – Fitnessstudio “Halle B1”

Mit Fertigstellung des Quartier231 halten die ersten Mieter von Format Einzug in die revitalisierte Büro- und Gewerbefläche. Das Fitnessstudio “Halle B1” hat es sich zum Leitspruch gemacht, für ein gesundes Oberhausen Sorge zu tragen. Dazu werden verschiedene und Fitnesspakete angeboten. Selbst kurzfristige Mitgliedschaft über 3 Monate ist mit der Buchung eines Fitnesskurses möglich. Für Unternehmer mit wenig Freizeit bietet Halle B1 auch topmoderne eGym-Geräte an, die das Training unterstützen und so gleiche Ergebnisse in weitaus kürzerer Zeit versprechen. Schon 1-2 Stunden Training pro Woche genügen!
Betreuungsprogramme, Gesundheitschecks, Rehasport sowie Aufklärungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen sind ebenso Teil des Programmes wie eine Auswahl an über 260 Fitnesskursen mit motivierenden Trainern und Kindesbetreuung im Miniclub, während die Eltern trainieren. Für Mieter im Quartier231 werden zusätzliche Rabatte und Firmenfitness angeboten. So hat der innere Schweinehund keine Chance mehr.

2020 – Einzug der Polizei Oberhausen

Im Jahr 2020 wird die Polizei Oberhausen ihr Präsidium vom Friedensplatz in das Gebäude G bei Quartier231 verlegen, nachdem das Präsidium sich seit 2017 im Umbau befindet. Zwar ist der Standort jetzt bereits durch aktuelle Sicherheitstechnik und Videoüberwachung bestens gesichert. Natürlich wird es durch den Einzug der Gesetzeshüter für Mieter eines Büros, eines Lagerraums oder einer Gewerbefläche im Quartier231 noch um einiges sicherer.